Weihnachtsgeschichten

Lustige, kurze und spannende Weihnachtsgeschichten für Erwachsene, Kinder & Senioren

Schon Mitte November ist vielerorts zu merken, dass der weihnachtliche Monat Dezember nicht mehr weit ist, denn man sieht schon überall Weihnachtsartikel, wie Adventskalender, Adventskerzen, Weihnachtsdekorationen und auch Weihnachtsgebäck zu kaufen.

In sowohl als in der Adventszeit als auch in der Weihnachtszeit mögen es viele gerne, Märchen und Geschichten zu lesen oder zu hören, vielleicht auch als Verfilmung zu gucken. Das sind gerne normale Märchen und Geschichten, die keinen Bezug zu Weihnachten haben, aber auch und gerade zu dieser Zeit Weihnachtsgeschichten, die sich sehr auf die schönste Zeit des Jahres beziehen. Und da gibt es lustige Weihnachtsgeschichten, aber auch Weihnachtsgeschichten die traurig sind und / oder ein wenig nachdenklich machen.

Weihnachtsgeschichten
Inhaltsverzeichnis

Die Schneekönigin - Hans Christian Andersen

Seht, nun fangen wir an. Wenn wir am Ende der Geschichte sind, wissen wir mehr als jetzt, denn es war ein böser Zauberer, einer der allerärgsten, es war der Teufel!

Eines Tages war er recht bei Laune, denn er hatte einen Spiegel gemacht, welcher die Eigenschaft besaß, dass alles Gute und Schöne, was sich darin spiegelte, fast zu Nichts zusammenschwand, aber das, was nichts taugte und sich schlecht ausnahm, das trat hervor und wurde noch ärger. Die herrlichsten Landschaften sahen wie gekochter Spinat darin aus, und die besten Menschen wurden widerlich oder standen auf dem Kopfe ohne Rumpf, ihre Gesichter wurden so verdreht, dass sie nicht zu erkennen waren, und hatte man einen Sonnenfleck, so konnte man versichert sein, dass er sich über Nase und Mund ausbreitete. Das sei äußerst belustigend, sagte der Teufel. Fuhr nun ein guter, frommer Gedanke durch einen Menschen, dann zeigte sich ein Grinsen im Spiegel, so dass der Zauberteufel über seine künstliche Erfindung lachen musste. Alle, welche die Zauberschule besuchten, denn er hielt Zauberschule, erzählten rings umher, dass ein Wunder geschehen sei; nun könne man erst sehen, meinten sie, wie die Welt und die Menschen wirklich aussehen. Sie liefen mit dem Spiegel umher, und zuletzt gab es kein Land oder keinen Menschen, welcher nicht verdreht darin gewesen wäre. Nun wollten sie auch zum Himmel selbst auffliegen, um sich über die Engel und den lieben Gott lustig zu machen. Je höher sie mit dem Spiegel flogen, um so mehr grinste er, sie konnten ihn kaum festhalten; sie flogen höher und höher, Gott und den Engel näher; da erzitterte der Spiegel so fürchterlich in seinem Grinsen, dass er ihren Händen entflog und zur Erde stürzte, wo er in hundert Millionen Stücke zersprang. Da gerade verursachte er weit größeres Unglück als zuvor, denn einige Stücke waren so groß als ein Sandkorn, und diese flogen rings herum in der weiten Welt, und wo Leute sie in das Auge bekamen, da blieben sie sitzen, und da sahen die Menschen Alles verkehrt, oder hatten nur Augen für das Verkehrte bei einer Sache, denn jede kleine Spiegelscherbe hatte dieselben Kräfte behalten, welche der ganze Spiegel besaß. Einige Menschen bekamen sogar eine kleine Spiegelscherbe in das Herz, und dann war es ganz gräulich; das Herz wurde einem Klumpen Eisen gleich. Einige Spiegelscherben waren so groß, dass sie zu Fensterscheiben gebraucht wurden, aber durch diese Scheiben taugte es nichts, seine Freunde zu betrachten. Andere Stücke kamen in Brillen, und dann ging es schlecht, wenn die Leute diese Brillen aufsetzten, um recht zu sehen und gerecht zu sein. Der Böse lachte, dass ihm beinahe der Bauch platzte, und das kitzelte ihn angenehm. Aber draußen flogen noch kleine Glasscherben in der Luft umher. Nun werden wir`s hören.

Lustige Geschichte: Ein dörfliches Erlebnis in der Weihnachtszeit - Dieter Siebald

Weihnachtszeit, Zeit der Besinnlichkeit und Friedlichkeit, aber es kam anders! Die Glocken der fernen Dorfkirche hatten schon längst den Feierabend eingeläutet. Die verschneite Flur lag friedlich im letzten, rötlichen Abendlicht. Doch irgend wie hatte der Schnee den Klang der Glocken gedämpft. Man hörte immer noch das Klippen der Äxte der Holzfäller bis ins Tal. Langsam wanderte die Abenddämmerung über den verschneiten Wald, den Hang hinauf, ein friedliches Bild, aber der Schein war trügerisch. Seit einiger Zeit herrschte bei uns im Dorf eine miese Stimmung. Die Post wollte eine Sirenenanlage in unserem Dorf installieren. Diese Sirenenanlage war der Zankapfel und auch der einzige Tagespunkt im Gemeinderat. Hitzig wurde diskutiert, die einen wollten dieses Ding nicht auf ihrem Dach, die anderen dafür, der Sicherheit wegen. Ein Hin und Her begann, es kam keine Einigung zu stande. Wie es so ist, wenn man hitzig diskutiert, ließt man die Anfrage nicht richtig oder überließen wichtige Dinge, es sollte Pacht für die Installation gezahlt werden. Als endlich dieses klar war, wollte jeder die Sirene auf seinem Dach haben, den die Pacht war ein Zubrot! Man könnte längst fällige Reparaturen am Trecker oder Mähdrescher durchführen lassen. Aber wie es so ist im Leben, wer gut schmiert, der gut fährt! Eines Morgens rückte die Fernmeldeabteilung bei Erich, dem größten Vieh- und Grundbesitzers an, die Sirenenanlage wurde auf dem Dach seines Kuhstalles installiert. Stolz lief Erich, wie ein aufgepumpt er Gockelhahn, über den Hof und benahm sich auch wie einer. Den anderen Dorfbewohnern war die Stimmung auf das anstehende Weihnachtsfest fast vergangen. Eine weitere Frechheit war, aus der nahen Kreisstadt kam ein paar Tage später eine Malerfirma, die von innen und außen den Stall renovierte. Die Dörfler kochten vor Wut und sannen auf Rache! Irgend wie beruhigten sich die Gemüter, der Alltag im Dorf und die Vorbereitungen auf das bevorstehende Weihnachtsfest holten sie wieder ein, nur der Gedanke Rache, blieb. Im gleichen Zug wurden die letzten Arbeiten an der Anlage von den Posttechnikern abgeschlossen, eines fehlte jedoch, die Funktionsüberprüfung. Da Erich Milchkühe besaß, die morgens und abends im Stall gemolken würden, trieb dieser kurz vor Feierabend der Techniker sie in den Stall, die Techniker sahen dieses aber nicht. Plötzlich jaulte die Sirene auf! Die Rindviecher im Stall, aufgeschreckt, die Schwänze in die Höhe, feuerten die Kühlladen an die umliegenden Wände, der frisch renovierte Stall, ruiniert. Erich, der in das Sperrfeuer seiner Kühe geraden war, wurde von der grünen Pracht voll eingemandelt. Dann Stille, beschissen taumelte Erich aus dem Stall! Durch den Lärm aufgeschreckt, waren die Einwohner des Dorfes auf der Straße und konnten sich das Lachen nicht verkneifen, es gab noch Gerechtigkeit, sie hatten ihre Rache. Kleinlaut erschien anderentages Erich auf der Gemeindeverwaltung und bat die Sirene vom Stalldach abzubauen und auf das Dach des Spritzenhauses zu setzen, da gehörte sie auch hin! Die erhaltene Pacht brachte er gleich mit, als Spende für die jenigen im Dorf, die es nötiger hatten wir er. Die Glocken der Dorfkirche läuteten den Feierabend ein, das verschneite Dorf lag friedlich im letzten, rötlichen Abendlicht, dicke Schneeflocken fielen vom Himmel und verwischte alle Spuren.

Charles Dickens Weihnachtsgeschichte zum Nachdenken

Diese Geschichte habe ich den Kids letztes Jahr vorgelesen. Sie lädt sehr zum Nachdenken ein, Hauptcharakter ist der alte Ebenizer Scrooge, ein alter gefühlskalter Geizhals der jedoch auch ein erfolgreicher Geschäftsmann ist. Er ist hartherzig zu seinem Schreiber Bob Cratchit, der für schlechten Lohn in kalten Büro arbeiten muss. Cratchit muss mit dem miesen Lohn auch noch eine große Familie versorgen zu der auch ein gelähmter Junge gehört. Auch zu seinem Neffen ist Scrooge hartherzig, dessen Mutter (Scrooges Schwester) bei der Geburt starb. Am Weihnachtsabend erscheint im der Geist seines verstorbenen Geschäftspartner Jacob Marley der vor genau sieben Jahren verstarb. Er ist gekommen um Scrooge zu warnen und das er noch Aussicht habe, sein bisheriges Leben zu überdenken und sich zu bessern. Dazu werde es in der folgende Nacht von drei Geistern heimgesucht werden.

Der erste Geist (Geist der vergangenen Weihnacht) führt ihn in seine Kindheit und Jugend und zeigte ihn wie er jung verliebt war und wie er ein großer und ehrgeiziger Geschäftsmann wurde, weshalb seine Beziehung zerbrach. Der zweite Geist (Geist der gegenwärtigen Weihnacht) führtihn zu der Weihnachtsfeier seines Neffen und auf die Weihnachtsfeier von Bob Cratchit und den dazugehörigen Familien. Seine Neffe und sein Schreiber reden beide gut über Scrooge, trotz Proteste der anderen. Zum Schluss erscheint der dritte Geist (Geist der zukünftigen Weihnacht) der anders als die ersten beiden Geister nichts sagt. er führt ihn zunächst zu Familie Cratchit die um ihren gelähmten Sohn trauert.

Danach zeigt er ihm Leute die ebenfalls über einen Verstorbenen reden, aber über den Tod mehr froh als traurig sind. Es geht um den Tod von Scrooge, der selber aber entweder es nicht begreift oder es nicht wahrhaben will, bis er sein Grab sieht. Nach dem Besuch der drei Geister ist er wie ausgewechselt, ist spendabel und freundlich zu seinen Mitmenschen die sehr überrascht sind.

Geschichten vorlesen

Das Geschenk der Weisen - lustige Geschichte

Diese Weihnachtsgeschichte ist sicher etwas nachdenklich aber sie lässt den Leser oder Zuhörer auch etwas lachen. Sie ist von O. Henry und wurde 1905 erstmals in der Zeitung New York Sunday World Magazine veröffentlicht. In der Geschichte geht es um das junge Ehepaar James und Della Young, die zwar eine glückliche Ehe führen, jedoch wenig Geld haben und davon geht das meiste in die gemeinsame Wohnung. Aber beide wollen für den anderen ein passendes Geschenk zu Weihnachten haben.

James will Della ein Kamm-Set und Schmuck für ihre langen Haare als Geschenk kaufen, Della will für James eine Kette für sein Taschenuhr kaufen. Beiden fehlt es aber an dem für die Geschenke nötigem Geld. So entscheidet sich James dafür seine Taschenuhr zu verkaufen um das Geld für die Kämme und Haarschmuck für Della zu kaufen, Della hingegen lässt sich ihre langen Haare abschneiden und verkauft diese, als Material für Perücken, um Geld für die Kette zu haben die sie James für seine Armbanduhr schenken will.

Als die Bescherung ist überreichen sich beide gegenseitig ihre Geschenke, jedoch können beide nichts mehr damit anfangen, da James seine Taschenuhr nicht mehr hat und Dellas Haare für die Kämme und Schmuck jetzt zu kurz sind. Trotz der Enttäuschung sind beide auch beeindruckt von den Geschenken und den dafür notwendigen Opfern als Zeichen der Liebe zueinander.

Der Tannenbaum - Kurze Geschichte zum Vortragen

In diesem Märchen von Hans Christian Andersen geht es um das wahrscheinlich wichtigste Schmuckstück zu Weihnachten, und zwar den Weihnachtsbaum. Sie lag im Buchformat letztes Jahr unter dem Weihnachtsbaum meiner Großeltern. Die Geschichte beginnt mit einem kleinen Tannenbaum im Wald der gerne so groß wäre wie die Tannenbäume rings um ihn herum. Er erlebt immer wieder wie andere Tannenbäume rings um ihn gefällt und weggeschleppt werden. Von Vögeln im Wald erfährt er, das die anderen Tannenbäume in Häuser kommen wo sie geschmückt drin stehen, eben Weihnachtsbäume. Der kleine Tannenbaum würde so gerne auch da sein, trotz Ermahnungen das er sich seiner Jugend freuen solle. Jahre später ist er groß und wird auch gefällt, wodurch er Schmerzen erleidet. Auch er ist als Weihnachtsbaum auserwählt worden und kommt in ein Haus, wo er in einen Ständer gestellt wird und reichlich geschmückt wird.

Der Schmuck und die Kerzen sind jedoch für eine schwere Last und er leidet. Er erlebt aber auch den Weihnachstabend und die Bescherung und hört dabei einer Geschichte zu, die der Vater der Familie erzählt. Dann ist er nachts alleine in der Stube. Am nächsten Morgen hört er Schritte von außerhalb der Stube und denkt, es geht von neuem los. Er wird jedoch aus er Stube geholt und auf den Dachboden gebracht, wo er zunächst ganz allein ist. Später kommen Mäuse und Ratten, die ihn für sehr alt halten. Er erzäht ihnen die Geschichte die er vom Weihnachtsabend her behalten hat, den er im Rückblick als einen der glücklichsten Momente seines Lebens sieht.

Aber da er nur die eine weiß meiden auch bald die Mäuse und Ratten ihn. Zum Schluss wird er vom Dachboden ins Freie geschleppt. Dort ist es inzwischen Sommer. Der Tannenbaum freut sich zunächst über seine scheinbare Freiheit, ohne zu merken das seine Nadeln braun geworden sind. Er kommt jedoch ins Feuer, bereut noch das er sein Leben im Wald nicht richtig genossen hat und verbrennt schließlich.

Sicher es gibt noch eine ganze Menge anderer Weihnachtsgeschichten, lange und kurze, lustige und traurige. Und auch für jede Altersgruppe, vom kleinen Kind bis zum Senior. Wobei ja eigentlich die meisten Geschichten zur Weihnachtszeit von Leuten aller Altersgruppen gerne gehört. gelesen oder auch gesehen werden. Vielleicht fällt ja auch dem ein oder anderen eine ganz persönliche Weihnachtsgeschichte ein, etwa eine die er selbst um Weihnachten rum erlebt hat?

Schreibe einen Kommentar